Barrierefreiheit im öffentlichen Raum - Planung, Beratung, Information
 
Haltestellen

Grundvoraussetzung des barrierefreien Einstiegs in Fahrzeuge ist ein geringer Höhenunterschied und ein schmaler Spalt zwischen Fahrzeug und Gehweg (max. jeweils 5 cm). Dabei ist die vertikale Differenz schwerer zu überwinden. Bei größeren Abständen ist eine Rampe oder ein Lift erforderlich.
   

Um einen möglichst niveaugleichen Einstieg zu ermöglichen, werden Niederflurfahrzeuge eingesetzt.
Spalt und Stufe sollten im 'grünen Bereich' (5 cm) sein. Der gelbe giilt dem Betreiber aber noch als tolerabel.

An Bushaltestellen ermöglichen Spezialborde ein dichtes Heranfahren. Die Grenze von 5 cm einzuhalten, ist aber schwierig. Die TSI/PRM lässt für das europäische Bahnsystem einen horizontalen Spalt von 7,5 cm zu.

Oft werden an Bushaltestellen 18 cm hohe Borde eingebaut. Um die Höhendifferenz auf 5 cm zu begrenzen, ist dies meist nicht ausreichend. In Hessen sind mindestens 22 cm Bedingung für die Förderung.
Eine ausklappbare Rampe ermöglicht auch bei größeren Höhenunterschieden und Spaltbreiten den Einstieg.

Sehbehinderte und blinde Menschen müssen durch Bodenindikatoren zum Einstieg geführt werden, möglichst an die Fahrertür, um Kommunikation zu ermöglichen. Der Einstieg wird durch ein Einstiegsfeld markiert (nach DIN 32984 Rippenplatten parallel zum Bord). An Mehrfachhaltestellen muss über das Fahrziel optisch und akustisch informiert werden (2-Sinne-Prinzip) .
Verziehung des Bordes von 18 cm Höhe an der Haltestelle auf 0 und 4 cm für die Querung.

Gemäß Personenbeförderungsgesetzes (PBefG) soll bis 2022 der gesamte Öffentliche Personen-Nahverkehr vollständig barrierefrei sein. Der Umbau zahlreicher Haltestellen und die Erneuerung des Fahrzeugparks ist hierfür erfoderlich, beides wird sich bis dahin allerdings kaum realisieren lassen. Zumindest müssen bis 2022 in den Nahverkehrsplänen genaue Zielvorgaben gemacht werden.
Leitsystem in der U-Bahn Leipzig. Auch die Info-Säule ist einbezogen.

Bei Busbahnhöfen sind viele Einstiegsstellen und eine Fahrbahnquerung zu verbinden
Bei Mehrfachhaltestellen mit unterschiedlichen Fahrzeuglängen gibt es oft keine festen Einstiegsstellen. Ein Leitstreifen parallel zur Bahsteigkante markiert den Einstiegsbereich.